Ein Gedanke zu „They’re All Gonna Laugh at You [Musikkassette]

  1. D. Schrenker
    2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    Ein kleines Stück Amerika für den CD-Player, 4. Februar 2003
    Rezension bezieht sich auf: They’re All Gonna Laugh at You (Audio CD)
    .
    .
    In Deutschland kennen ihn die Meisten nur durch seine – meist durchschnittlichen, manchmal guten – Filme. Doch als waschechter Saturday-Night-Live Komiker (wie u. a. auch Eddie Murphy, Jim Carrey und Mike Myers) beschränken sich seine Arbeiten nicht nur auf den Bildschirm (..und das der Mann ein Workaholic ist, nimmt man ihm angesichts seiner kindlichen Hyperaktivität gerne ab), sondern auf die komplette Medienbranche.
    So führt Sandler u.a. als „Tollbooth Willie“, „Buffoon“ oder „Mom“ den Zuhörer auf seinem ’93 entstandenen Debütalbum „They’re all gonna laugh at you“ also auch bilderlos durch 1 Stunde voller Geschmacklosigkeiten, Holzhammerhumor, Schimpfwörter, Furz- und Fäkalwitze. Besonders originell klingt das wohl nicht; von „intelligent“ oder „anspruchsvoll“ ganz zu schweigen.
    Aber es ist lustig. Und das nicht trotzdem, sondern gerade weil die Sketche und Songs alle in englischer Sprache „präsentiert“ werden. Normalerweise ein Hindernis, um gesprochenen Witz zu verstehen. Normalerweise, denn für manch nicht-amerikanischen Zuhörer offenbart sich gerade dadurch ein Aspekt seines Humors, welcher den Leuten in Übersee zwangsweise verborgen bleibt: Das Porträt der amerikanischen Mentalität.
    Die englische Sprache dient hier also als wesentlicher Gesichtspunkt, der diese CD für uns Deutsche amüsant machen kann. Sandler ist (wissend oder nicht) die personifizierte Leichtigkeit, das Selbstbewusstsein und der (zeitlich bedingte) Mangel an Kultur Amerikas. Alles in allem Dinge, die Deutschland entweder fehlen, genommen wurden oder die es verloren hat.
    Ein Beispiel: Das gesprochene Stück „The Buffoon and the Dean of Admissions“ bezieht seinen Humor aus der Tatsache, dass ein Uni-Direktor in einem Vorstellungsgespräch die vulgäre Ausdrucksweise und Dummheit des völlig desinteressierten Schülers trotz Offensichtlichkeit total ignoriert. Wäre so etwas in einem deutschen Sketch witzig? Ich denke nicht. Auf engl..Verzeihung..amerikanisch funktioniert diese Szene schon eher.
    Bei Adam Sandler kann man sich als kulturgeprägter Deutscher also guten Gewissens zurücklehnen und sich endlich trauen, über Fäkalwitze in allen Lebenslagen laut zu lachen. Denn diese zusammen mit einer gut funktionierenden „Punch-line“ zu verflechten, ist ein maßgebliches Talent des Komödianten.
    Fazit: „Highly f*ckin‘ recommended“ für Jeden, der ein Stück amerikanische Unbeschwertheit in seinem (deutschen) Leben gebrauchen kann..

    (Anspieltipps: „Toll Booth Willie“, „Lunchlady Land“ und „Oh mom..“)

    0

    Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 

    War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
    Nein

Schreibe einen Kommentar