3 Gedanken zu „Watch movie online Fifty Shades Darker (2017)

  1. Jörg Hoffmann
    12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Reitman hält uns allen den Spiegel vors Gesicht!, 1. Mai 2015
    Rezension bezieht sich auf: Zeitgeist [Blu-ray] (Blu-ray)
    INHALT: Die Eheleute Don (Adam Sandler) und Helen (Rosemarie DeWitt) sind auf der Suche nach Intimität, können diese aber innerhalb ihrer Beziehung nicht mehr erleben. Beide Partner schauen sich anderweitig um und werden online fündig. Dons 15-jähriger Sohn Chris (Travis Tope) ist derweil von Internetpornografie besessen und stumpft zusehends ab, seine Klassenkameradin Hannah (Olivia Crocicchia) wiederum ist sexuell frühreif und will Schauspielerin werden. Diese Karrierepläne werden von ihrer Mutter Donna (Judy Greer) unterstützt, die ihre Tochter mit zweifelhaften Fotos auf einer Modelwebsite anpreist. In ein ganz anderes Extrem verfällt die überfürsorgliche Mutter Patricia (Jennifer Garner), die jede einzelne Datenspur ihrer Tochter Brandy (Kaitlyn Dever) nachverfolgt und jeden Internetkontakt des Mädchens überwacht. Brandy ist dennoch einigermaßen ausgeglichen – anders als Allison (Elena Kampouris), die angesichts ihres Wunsches nach Anerkennung magersüchtig wird…

    MEINE KRITIK: Jason Reitman, hatte mit “ Juno “ und “ Up in The Air “ zuletzt zwei richtig tolle Filme am Laufen. Mit seinem neuen Film “ Zeitgeist “ , taucht er sehr realistisch in die heutige digitale Welt ein. Der Cast ist sehr gut gewählt, vor allem Adam Sandler überrascht mit seiner zurückhaltenden Performance, aber gerade die vielen Jungschauspieler machen den Film zum Erlebnis.
    Es gab vor nicht allzulanger Zeit schon einen ähnlichen Film mit “ Disconnect “ , der vielleicht noch ein wenig intensiver und dramatischer wirkt. Reitman wertet nicht und doch hält er uns allen den Spiegel vors Gesicht und ich muß zugeben, daß ich viele Situation gut nachfühlen kann, einige hat wohl fast jeder schon persönlich erlebt oder zumindest davon gehört im Familien oder Freundeskreis.
    Erschreckend aber an diesem Film ist seine bittere Realität. Im Großen und ganzen, ist Zeitgeist ein hochaktuelles Familiendrama mit dem Hintergrund der Rolle der digitalen Medien wie Notebook, Smartphone und Co und der Rolle der Eltern und Ihrer Kinder, aber es ist auch ein Film über die Gefahr der mangelnden Kommunikation der Menschen in der realen Welt durch die sozialen Medien. Wenn man so will, ein Film über das Leben in Zeiten von Facebook, Twitter und Co!

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  2. ha
    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    4.0 von 5 Sternen
    Etwas eingeschränkt durch die aktuellen Bezüge, 19. Oktober 2015
    Rezension bezieht sich auf: #Zeitgeist (DVD)
    Das ist Jason Reitman’s bislang schwächster Film (was natürlich Jammern auf sehr. sehr hohem Niveau ist), einfach weil das Episoden-Format für Komödien ganz gut geeignet ist, bei einem Drama-Stoff, wie hier, funktioniert es einfach schlecht. Genau wie bei „L.A. Crash“ wirkt das Ergebnis etwas forciert und auch leicht belehrend. Dieser kleine Makel wird aber durch die Besetzung mehr als wett gemacht, wer hier vor der Kamera steht, hat mehr drauf als der Durchschnitt und zeigt es auch. Die Inszenierung ist sowieso über alle Kritik erhaben, es ist der für Reitman typische, ruhige aber unaufhaltsame Fluss, der die Handlung vorantreibt und keinen Stillstand zulässt. Die Thematik ist eine Momentaufnahme des gegenwärtigen Umgangs mit den sozialen Medien, Beobachtung und Kommentar zugleich. Wird interessant sein, wie man diesen Film in der Zukunft betrachtet, wenn sich der Zeitgeist verändert hat.
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  3. W. Walz
    4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
    5.0 von 5 Sternen
    „Men, Women & Children“, so der …, 2. August 2015
    Von 

    Verifizierter Kauf(Was ist das?)
    Rezension bezieht sich auf: Zeitgeist [Blu-ray] (Blu-ray)

    eher nichtssagende Originaltitel, der sich dem deutschen Titel „#Zeitgeist“, gegenüber sonstigen teutonischen Wortverdrehungen auf den hiesigen Kinoplakaten, diesmal geschlagen geben muss.

    Nach etlichen anspruchsvollen Kinokrachern, abseits des Actionkinos a’la Hollywood, entführt uns Reitman diesmal in die -amerik.- Mittelschicht.

    Waren die Jugendkulturen der diversen Zeitdeckaden (ab den 50ern) noch auflehnend, rebellisch, desillusioniert oder einfach nur partytauglich, scheint die 21st-Jugendkultur vollkommen in ignoranter Gleichgültig zu versinken; unterliegt stattdessen einem digitalen Kältehauch (so auch der treffende Untertitel der Films: „Von digitaler Nähe und analoger Entfremdung“).

    Vergessen wird dabei nicht, dass es sich letztlich um eine vollkommene Kommerzialisierung des Menschen (der zur Ware wird, sich selbst als Nummer abstempelt, aus Einsen und Nullen bestehend) handelt. Der nur dem Schein erliegt, dabei seine Selbsterfahrung, seine Gefühle, nur dem -vordiktiertem- Massenhype unterwirft. Geltungssucht, Schönheit, Erfolg und Sexualität sind bunte Plakate, die es gilt, an seinem physischen Körper zu heften, um dadurch psychische Ausgewogenheit bzw. eine naive kindlichen Vollkommenheit zu erlangen. Ein Selbstbetrug par excellence.

    Der Umbruch ins digitale Zeitalter, wie wohl jeder gesellschaftliche Umbruch, hervorgerufen durch technische Erfindungen, wissenschaftliches Know-how (Schwarzpulver, Buchdruck, Auto, TV, Atomspaltung usw.) hat immer in der jeweiligen Generation Traumata und dadurch starke soziale Veränderungen mit sich gebracht.
    Hier, im Film, wird der immerwährende Umgang mit seiner ununterbrochenen Informationsflut konsequent hinterfragt (oder gar verurteilt?), ohne aufdringlich zu erscheinen.
    Hinter all den geposteten Phrasen, undurchdachten Äußerungen, nichtssagenden upgeloadeten Alltagsanekdoten, werden die -noch jungen- Menschen regelrecht ausgehöhlt. Der sich entwickelte Charakter des noch „unfertigen“ Individuum wird durch den ständigen Kontakt der digitale Scheinwelt, mit und durch die Sozialen Netzwerke, stetig herausgefordert, gestört und für manche in vernichtender Weise verheerend in ihrer individuellen -aus westlicher Sicht gesehenen- Freiheit beschnitten.

    Auch wird gezeigt wie sich die Erwachsenen, die in dieses Zeitalter hinein katapultiert wurden, eher machtlos demgegenüber Verhalten bzw. in den Sog des Neuen selbst ihre Identität zu verlieren scheinen und sich durch den Druck des neu entworfenen Alltages in abwegige Allmachtsphantasien flüchten; die einzig, so erscheint es den verhärmten Seelen, Befreiung durch das Ventil der sexuellen Befriedigung vorgegaukelt wird (im Grunde suchen die Suchenden nur eines: wärmende Zuneigung in ihrer unterkühlten Umwelt). So zeigt uns der Film ein immerwährenden Teufelskreislauf, den zu durchbrechen eigentlich nur ein gefestigter Charakter stemmen kann, der wiederum für dieses Stemmen ein Ruhepodest, einen Halt (Partner, Familie, „analoge“ Kommunikation) braucht.

    Überfordert sind sodann auch der Schulpsychologe, da er überhaupt keinen Zugang zu den verstört suchenden Jugendlichen herstellen kann, da er dem Medium gegenüber vollkommen fremd und sein Wissen, evtl. Lösungsvorschläge, nur aus dem Zeitalter des Davors ziehen kann.
    So scheitert den auch die übersensibilisierte Mutter, in dem abstrusen Versuch einer totalitären Überwachung über ihr Kind.
    Auch die durch Scheidung und verlorenen Chancen in der Vergangenheit betrogenen Erwachsenen erliegen ihren eigenem Charakterbild. Entweder erliegen sie dem Zauber des neuem Machbaren des digitalen 1×1 oder leben ebenso bedenklich gefangen in der Vergangenheitszeitblase ihrer rückblickenden „glücklichen“ Jugend.

    All das zeigt uns Reitman in stillen, zeitweise melancholischen Bildern, bleibt aber dem Schwanengesang der -angeblich- „besseren Zeit davor“ fern.

    Die -jungen- Darsteller glänzen in ihren Rollen, da sie hier auf ein starkes Drehbuch zurückgreifen können, das dem momentanen #Zeitgeist erschreckend exakt widerspiegelt. Und nicht nur das, spiegelt der Film doch all unsere Ängste, Wünsche und Bedenken wider, die uns nach der ersten Euphorie des Digizeitalters überkamen.
    Dabei deckt Reitman gekonnt in der Handlung Fragen auf ohne dabei Zeigefingerantworten zu geben. Die „Lösungen“ ergeben sich meist von selbst, betrachtet man den Film eingehend; also ohne Ablenkung eines Handybimmelns.

    Schade, dass der Film ein Nischendasein fristet. Ist er doch ein klasse Paradebeispiel für einen Unterrichtsstoff, den die Lehrerschaft ihren abwesenden WhatsApp-Schülern unter die Nase reiben…

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